„ Nichts ist im Verstande, was nicht vorher in den Sinnen war“,

“Die Vorbereitung der Umgebung und die Vorbereitung des Lehrers sind das praktische Fundament unserer Erziehung. Immer muss die Haltung des Lehrers die der Liebe bleiben. Dem Kind gehört der erste Platz und der Lehrer folgt ihm und unterstützt es. Er muss auf seine eigene Aktivitäten zugunsten des Kindes verzichten. Er muss passiv werden, damit das Kind aktiv werden kann. Er muss dem Kind die Freiheit geben, sich äußern zu können; denn es gibt kein größeres Hindernis für die Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit als einen Erwachsenen, der mit seiner ganzen überlegenen Kraft gegen das Kind steht.”  Maria Montessori (1968)  

 

"Die Kinder sind es, die mich alles gelehrt haben"

Was ist eigentlich die Montessori-Methode? Was geschieht in diesen Kindergärten, die montessori-orientiert arbeiten?

 

Sie interessieren sich einfach für einen zeitgemäßen, modernen Umgang mit Kindern, der es dem Kind ermöglich, ein ganzer, gesunder, starker, intelligenter und enmotional stabile, ein einfühlsamer, aber auch selbstbewusster und verantwortlicher Mensch zu werden? Wir wollen Ihnen helfen zu wissen, wie Montessori-Pädagogik „denkt“ und dann, wie Montessori-Pädagogik “funktioniert”.

 

 

"Das Kind ist von Anfang an darauf angelegt, sich selbst zu verwirklichen, gleichsam zu werden, was es ist"

Maria Montessori, die in Italien als erste Frau Ärztin wurde, den Doktor der Medizin machte und 1906 in Rom das erste Kinderhaus eröffnete, fordert die ErzieherInnen auf, viele Fähigkeiten und einen grundlegenden Perspektivwechsel zu entwicklen, um das Kind seine Welt entdecken zu lassen. Denn es "... ist nicht so, dass der Erwachsene dem Kind helfen muss, sondern auch das Kind muss dem Erwachsenen helfen ..." zu verstehen dass es darum geht, ihm Zeit und Raum zu lassen, damit es sich von innen heraus aktiv mit seiner Umwelt auseinandersetzen kann.

 

Was bedeutet das konkret für die Arbeit der Montessori-ErzieherInnen am Kind? Die ErzieherInnen verstehen sich als Helfer zur Entwicklung selbständiger Persönlichkeiten. Zur rechten Zeit sind ihre Worte und ihre Konsequenz gefragt. Sie sind sehr flexibel. Mit Geduld erklären sie den Gebrauch der Montessori-Materialien und unterstützen die Kinder damit umzugehen. Sie bringendas Kind auch in Beziehung zur Ordnung in ihrer Umgebung.

 

 

Die Freiarbeit ist das Kernstück der Montessoripädagogik

Die Kinder wählen nach eigener Entscheidung, womit sie sich beschäftigen. Das Montessori-Material, die kindgerechte Darstellung der Angebote und die gute Beobachtungsgabe des Erziehers helfen dem Kind dabei, sich für ein Angebot zu entscheiden.
Das Kind bestimmt weitgehend selbst den Arbeitsrhythmus und die Beschäftigungsdauer und auch, ob es allein oder mit einem Partner arbeiten, spielen oder lernen möchte.
Diese freie Entscheidung führt zu einer Disziplin, die von innen kommt und nicht vom Erzieher gemacht wird. Jeder Besucher, der nicht mit der Montessori-Pädagogik vertraut ist, bewundert diese ruhige und entspannte Arbeitsatmosphäre in der Freiarbeit nach Montessori.

 

 

„Man muss den Tätigkeitsdrang des Kindes soweit wie möglich unterstützen, es nicht bedienen, sondern zur Selbständigkeit anregen“

Die Übungen des täglichen Lebens sind für das Kind Hilfen, seine Unabhängigkeit zu erobern. Sie helfen ihm, seine Bewegungen, die es in seinem Alltag braucht, zu ordnen, zu koordinieren und zu verfeinern. Es sind Übungen, die den Kindern in kleinen, deutlichen Schritten zeigen, wie man Hände wäscht, wie man Schleifen bindet, wie man Schuhe an- und auszieht und wie man diese putzt, wie man Knöpfe oder einen Reißverschluss zubekommt, wie man Wasser in einen Becher gießt, wie man Reis schüttet, wie man Silber putzt, wie man Wäsche faltet und bügelt, wie man Zimmerpflanzen pflegt, wie man kehrt, die Spülmaschine ein- und ausräumt und vieles mehr.

 

Das Kind kommt in seiner Umwelt mehr und mehr alleine zurecht und wird immer mehr vom Erwachsenen unabhängiger. Sowohl im KIndergarten als auch zu Hause ist es wichtig, den Kindern außer der notwendigen Zeit für all diese Dinge auch die Gelegenheit zu geben, vor allem bei den häuslichen Arbeiten mitzumachen. Sie lernen, füreinander Tisch zu decken, Gegenstände zu holen und zu bringen, mit echtem Geschirr behutsam umzugehen kultiviert miteinander zu speisen. Es ist selbstverständlich, dass die Arbeiten der Kinder anfänglich nicht so perfekt sein werden, wie wir es als Erwachsene erwarten. Ein von Kindern geputztes Fenster oder ein von ihnen in seiner Gänzlichkeit gedeckter Tisch sollte auch nicht von uns nachkorrigiert werden.